Zivilgesellschaftliche Gruppe in Halle/Saale, die Möglichkeiten und Perspektiven einer wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Einbettung der örtlichen Universität auslotet und aktiv mitgestaltet.

Nächste Veranstaltung am 23.01.2017, ab 18 Uhr – nähere Infos (u.a. zu den Referenten) hier: facebook.com/events/629874927205706/

Hintergrund und Antrieb

Die Aus- und Weiterbildung wird in Deutschland als öffentliches Gut verstanden – Universitäten sind in diesem Kontext in jedem Fall zu nennen, doch ist ihre Position zwiespältig. So ist ihre Aufgabe nicht einfach zu funktionieren, wie beispielsweise ein Verwaltungsapparat, sondern werden hier klare Ansprüche gestellt, die verschiedenster Natur sind. Neben einer klar ökonomischen bzw. verwertungsorienterten Sicht (z.B. investieren die Bundesländer pro Student und dementsprechend sollen sich diese Ausgaben auch lohnen) sowie der Teilnahme am wissenschaftlichen Diskurs ist hier auch ein gesellschaftlicher Geltungsbereich zu benennen, dessen Umriss wenig klar definiert ist.

Dabei geht es weniger um Rechenschaft oder Bringschuld gegenüber der zivilgesellschaftlichen Öffentlichkeit (exklusive, separierende Sicht) als vielmehr um die Anerkennung des wissenschaftlichen Arbeitens als wesentlicher Bestandteil einer Gesellschaft (inklusive, ebenbürtige Sicht).

Diese Perspektive lädt zum Umdenken und zu kooperativem Verhalten ein: Es wird akzeptiert und gewollt, dass sich Hochschulen kontextualisieren und sich mit anderen Gebieten der Gesellschaft verbinden. Dies beginnt meist durch den Transfer von sogenannten Dienstergebnissen (Innovationen, die sich außeruniversitär rentieren können) und kann über aktive Öffentlichkeitsarbeit der hauseigenen Forschungen bis hin zu einer regionalen Profilbildung gehen, in der die hiesige Hochschule als fester Ort von akademischer und kreativer Interaktion bzw. Begegnung herausgestellt wird.

Anliegen

Diese Entwicklung lässt sich in Ansätzen auch in der Region Halle erkennen. Anreize zur studentischen Unternehmensgründung oder gemeinsame Marketingstrategien von Stadt und Universität lassen aufhorchen: Denn diese stark monetäre Fokussierung ist eben nur ein Bestandteil dieser Kontextualisierung (mittlerweile auch als Third Mission bekannt). Hier fehlt ein studentisches Bestreben, die Martin-Luther-Universität in einem gesellschaftlichen Rahmen zu erfassen und zu benennen. Es ist keinesfalls so, dass zur Wissenschaftsvermittlung nichts getan wird, doch gibt es in dieser Hinsicht kein koordiniertes Vorgehen, keine gestaltende Position (vor allem nicht aus den Reihen der Studierendenschaft).

Hier setzt der Arbeitskreis Uni im Kontext an: Es geht um die Erfassung, Begleitung und Initialisierung von Transferprozessen unter dem Namen der MLU konkret für die lokale Bevölkerung. Dies ist nicht als Image-Zuarbeit für die Universitätsleitung zu verstehen, sondern hilft vielmehr dabei, ein Bewusstsein für die Stadt und die Region Halle zu schaffen und so ihre Besonderheiten und Eigenheiten zu erkennen.

Erster Fokus

Da dies noch ein recht junges Projekt ist, wird sich zunächst auf Mitgliederwerbung und Bestandsaufnahme der halleschen Strukturen bzw. Abläufe konzentriert. Was wird bereits im Umfeld der Universität für die Region geleistet, welcher Akteure und (Förder-)Programme gestaltet bereits jetzt deren Ausführung und welche mittel- bis langfristigen Ziele hat man sich gesteckt?

Schließlich: Was wird der Handlungsrahmen dieser Gruppe sein, an welcher Stelle sind die Fähigkeiten und Möglichkeiten des zivilen Engagements erfordert – und auch überfordert und kann nur im institutionellen Rahmen weiter verfolgt werden?

Darüber hinaus gilt es auch, sich selbst in diesem Thema weiterzubilden: Welche Literatur ist zur Vermittlung wissenschaftlicher Arbeit vorhanden, wie sehen anderorts Lösungen und Wege aus, welche politischen Bemühungen sind bzgl. Hochschulen als öffentliche Güter zu beobachten?

Weiteres Vorgehen

Ist nun die eigene Rolle bzw. Position für die Region Halle gefunden, lassen sich konkrete Projekte verwirklichen bzw. Kooperationen mit anderen Akteuren starten. Schon die qualitative Erfassung gesellschaftlicher Transferveranstaltungen (u.a. Kinder-Uni oder die lange Nacht der Wissenschaften) würde als Bestandsaufnahme viel Erkenntnis bringen – schließlich könnten auch neue Wege der akademischen Öffentlichkeitsarbeit gesucht und vorgeschlagen werden. Ferner sollte überlegt werden, wie eigene Arbeitshypothesen zu überprüfen sind (Umfragebogen?).

Zielgruppe

BürgerInnen der Stadt Halle/Saale und des Saalekreises – insbesondere die Teilnahme von Studierenden, dem akademischen Lehrkörper und weiteren Mitarbeitern der MLU Halle/Wittenberg ist erwünscht! 🙂

 

Kontakt: uni-im-kontext@requisa.eu

Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am: 08.01.2017

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